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Pflege

1. Pflege im Sinne Krankheit zu verhindern

Pflege zielt auf die Erhaltung oder Verbesserung eines Zustandes und ist damit erstmal positiv konnotiert. Ich kann mich selbst, einen anderen Menschen oder auch eine Blume oder ein Auto pflegen. Er geht einher mit den Begriffen Sorge und Prävention. Dies kommt auch u. A. in dem Adjektiv pfleglich zum Ausdruck. Wenn ich pfleglich mit Menschen, Dingen, Pflanzen,mit meiner Umgebung umgehe, dann trage ich Sorge, dass dieses Schaden nehmen könnten und vermeide Handlungen , die Schaden herbeiführen könnten; so ein Verhalten läuft unter dem Begriff (Prävention).

2. Pflege von Kranken

Im Falle der Pflegebedürftigkeit im medizinischen /gerontologischen Sinne wird Pflege gesellschaftlich vor allem unter ökonomischen Aspekten betrachtet. Ausdruck dafür ist in der Altenpflege die Gewährung von Pflegemaßnahmen nach Pflegegraden (seit Inkrafttreten der Pflegereform 2017) .

Pflegegrad Definition
Pflegegrade erhalten Menschen, die in ihrer Selbständigkeit und Alltagskompetenz eingeschränkt sind – zum Beispiel Demenzerkrankte, längerfristig psychisch Erkrankte oder geistig Behinderte.
Je nach Schwere der Beeinträchtigung erhalten sie im Rahmen einer Pflegebegutachtung einen der Pflegegrade von 1 – 5.

Niemand käme auf den Gedanken, diese Sichtweise auf die Pflege und Erziehung von Kindern anzuwenden. Der finanzielle Aufwand wird über das Kindergeld abgegolten, und wie dieses verwendet wird, bleibt den einzelnen Familien überlassen. Die geleistete Pflege bleibt, bezogen auf den finanziellen Aufwand, unsichtbar.

Das folgende Diagramm veranschaulicht dagegen, dass Pflege während unserer gesamten Lebenszeit stattfindet und einen wichtigen Stellenwert einnimmt:

Steht in den ersten und letzten Lebensjahren die Fremdpflege im Vordergrund, so ist es in den mittleren Lebensjahren die Eigenpflege mit dem Schwerpunkt Prävention. Die Wichtigkeit der Prävention ist auch von den Krankenkassen seit geraumer Zeit erkannt worden, und sie bonieren deshalb gesundheitsförderndes Verhalten.

Ziel unserer Aktivitäten ist, die Fremdpflege im Alter solange wie möglich zu verhindern oder auf einem Mindestmaß zu halten.

Exkurs:
Wortherkunft der Wörter pflegen/Pflege Es ist überraschend, das die Wortherkunft bis heute nicht klar ist;
die genaue Herkunft von mhd. pflegen, ahd. pflegan ist nicht ganz geklärt;
westgerm. *pleg–a– „sich für etwas einsetzen“ kann indogermanischen wie auch merowingischen Ursprungs sein,
auch der Bedeutungsübergang von „sich für etwas einsetzten, einstehen für“ zu „sorgen, sich um etwas kümmern“
und „gewohnt sein“ ist nicht geklärt; zunächst wurde das Verb stark gebeugt, daher auch das Substantiv
Gepflogenheit „Angewohnheit“ (Quelle: wissen.de)

Siehe hierzu auch in Modern Language Notes über Die Etymologie von pflegen