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Pflege ist auch Prävention

Auch wenn in den Definitionen des Pflegebegriffs Ansprüche genannt werden ( wie WHO u.a.), geht es in der aktuellen Pflegediskussion fast nur um die Pflegebedürftigkeit und Formen der Kompensation von Defiziten.

So wichtig diese Bereiche sind, so sind darüber hinaus die gesamten Lebensumstände der Menschen bedeutsam. Uns geht es dabei vor allem um Prävention vor einschränkenden und krankmachenden Umständen.

Zentral ist die Lebensqualität. Dazu zählt insbesondere die Aufrechterhaltung der sozialen Kontakte, sind sie doch als wichtige Bedingungen für das allgemeine Wohlbefinden und den Erhalt der Gesundheit anerkannt. Pflege muss also auch dafür sorgen, dass Isolierung, Einsamkeit, Mangel an Unterstützung von vornherein vermieden werden. Dadurch wird die Auseinandersetzung mit den Bedingungen und Möglichkeiten des Lebens im Alter oder mit Krankheit ermöglicht.

In diesem Kontext ist unser Ziel, einen Rahmen zu schaffen, in welchem die Beteiligten gemeinsame Aktivitäten entfalten können, die ihre Selbsttätigkeit und Selbstwirksamkeit stärken.

Darüber hinaus entwickeln wir ein Modell, das flexiblere "Pflegeformen" ermöglichen soll. Dazu kooperieren wir mit dem Verein koordinations.partner.berlin. Durch diese Kooperation, auch in Verbindung mit der virtuellen Wohngemeinschaft (vWG), ergeben sich Möglichkeiten, Pflege und Betreuung flexibel und selbstbestimmt („Pflege on demand“) zu organisieren:

  • gemeinsame Treffen, real oder virtuell
  • Wissensgenerierung, Expertengespräche, Themenabende
  • Koordinierung von Hilfeleistungen im Bedarfsfall
  • Die virtuelle Wohngemeinschaft minimiert räumliche Grenzen und schafft übergreifend gemeinsame Handlungsmöglichkeiten.

Exkurs:
Wortherkunft der Wörter pflegen/Pflege Es ist überraschend, das die Wortherkunft bis heute nicht klar ist;
die genaue Herkunft von mhd. pflegen, ahd. pflegan ist nicht ganz geklärt;
westgerm. *pleg–a– „sich für etwas einsetzen“ kann indogermanischen wie auch merowingischen Ursprungs sein,
auch der Bedeutungsübergang von „sich für etwas einsetzten, einstehen für“ zu „sorgen, sich um etwas kümmern“
und „gewohnt sein“ ist nicht geklärt; zunächst wurde das Verb stark gebeugt, daher auch das Substantiv
Gepflogenheit „Angewohnheit“ (Quelle: wissen.de)

Siehe hierzu auch in Modern Language Notes über Die Etymologie von pflegen