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Salutogenese und Resilienz

„Lesen, was gesund macht.“, mit diesem Slogan wirbt die Apotheken Umschau, und bedient dabei, nicht von ungefähr, ein Meinungsbild, das den Menschen als defizitäres Wesen in den Blick nimmt. „Wer meint gesund zu sein, war nur noch nicht beim Arzt.“ Der Kalauer bringt es dann auf den Punkt.

Es soll hier nicht die Medizin an sich in Frage gestellt werden; die Erforschung der Entstehung von Krankheiten (Pathogenese) und deren Behandlung ist immens wichtig, sondern nur diese einseitige Sichtweise.

Die Theorie der Salutogenese verfolgt einen komplementären Ansatz. In ihr wird der Frage nachgegangen, wie entsteht Gesundheit und wie kann sie erhalten bleiben?

Der Mensch wird hier in seinem dynamischen Wechselwirkungsprozess mit seiner Umwelt betrachtet.

Die Fähigkeit, diesen Prozess selbstwirksam mitgestalten zu können, bezeichnet Antonovsky, der den Begriff der Salutogenese geprägt hat, als Kohärenzgefühl (sense of coherence). Es beschreibt eine Grundüberzeugung, dass das Leben, trotz immer wieder auftretender Probleme, sinnvoll ist und man es meistern kann.

Vergleichbar mit dem Konzept der Autopoiesis (Selbsterhaltung) bewirkt die Salutogenese einen Gleichgewichtszustand, der in das Gefühl der Kohärenz mündet. Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit sind die drei Aspekte dieser Kohärenz.

 

salutogenese

Quelle: Wikipedia

Mit der Salutogenese verwandt ist die Resilienz. Sie wird als Prozess betrachtet, aber auch als individuelle Eigenschaft, die ein Individuum in die Lage versetzt, auf Herausforderungen im Leben, (z. B. Traumata) mit Anpassung seines Verhaltens zu reagieren.

Wir glauben, dass gemeinsame Aktivitäten im Alter Forschendes Lernen geeignet sind, die Salutogenese zu fördern und Resilienz zu stärken.